Predigt

Alles prüfen, das Gute behalten

Was ist gut?

Predigttext1. Thessalonicher 5, 14-24
Kirche / Ort:St. Nikolai und St. Jakobi / Jüterbog / 14943 Luckenwalde
Datum:21.09.2014
Kirchenjahr:14. Sonntag nach Trinitatis
Autor:Pfarrer em. Dr. Ulrich Kappes

Predigttext: 1. Thessalonicher 5,14-24 (Übersetzung nach Martin Luther, Revision 1984)

Wir ermahnen euch aber, liebe Brüder: Weist die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, tragt die Schwachen, seid geduldig gegen jedermann. Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach untereinander und gegen jedermann. Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch. Den Geist dämpft nicht. Prophetische Rede verachtet nicht. Prüft aber alles und das Gute behaltet. Meidet das Böse in jeder Gestalt. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Treu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun.

Gedanken zum Predigttext

„Wieder einer der Texte, deren überquellender Reichtum sich in einer Predigt gar nicht ausschöpfen lässt, und bei denen darum erwogen werden muss, ob es nicht besser ist ein Teilstück heraus zu greifen …“ (Wilhelm Stählin, Predigthilfen, Band II, Episteln, Kassel 1959, S. 344) So fokussiere ich mich in guter Gesellschaft auf die Verse 20 – 23. Die Perikope 5,14-24 besteht aus drei inhaltlichen Einheiten. Ich beschränke mich auf die letzte und meine hier auf eine Spur der Weltoffenheit des Paulus gestoßen zu sein.

Die Urentscheidung fällt in der Exegese von Vers 21. Was heißt „Prüfet aber alles“? Traugott Holtz, Der erste Brief an die Thessalonicher, EKK Band XIII, Zürich u.a. 1986, legt es ausschließlich als „Prüfen der Prophetenworte“ aus. (S. 261) Günter Haufe, Der erste Brief des Paulus an die Thessalonicher, THK 12/1, Leipzig 1999, folgt ihm darin, wenn er schreibt, dass „nur an die Prüfung der Prophetenworte gedacht sein“, könne. Albrecht Oepke meint weitaus zurückhaltender zu Vers 21: „Ob die folgenden Worte mit den vorhergehenden eng zu verbinden oder allgemeiner zu verstehen sind, ist nicht ganz deutlich.“ (Albrecht Oepke u. a., Die kleineren Briefe des Apostel Paulus, NTD 8, Göttigen 1938, S. 128.)

Die logische Schwierigkeit besteht bei der einseitigen Exegese von Holtz und Haufe im nachfolgenden Vers 22: „Meidet das Böse in jeglicher Gestalt“. Das hieße ja, dass eine Prüfung der gemeindlichen Prophetensprüche mit dem Urteil „Das ist böse, das zu meiden ist“, abgeschlossen werden könnte, was wohl als ausgeschlossen angesehen werden muss. Vers 22 ergibt darum aus meiner Sicht schlüssig, dass eine Reduktion des „Alles“ auf die gemeindliche Rede in eine Sackgasse führt und im Sinne Oepkes in „allgemeiner Bedeutung“ ausgelegt werden muss.

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