Predigt

Bedingungsloser Freispruch

Einander nicht festlegen, sondern zu neuen guten Wegen verhelfen

PredigttextLukas 7,36-50
Kirche / Ort:Dortmund
Datum:11.08.2013
Kirchenjahr:11. Sonntag nach Trinitatis
Autor:Pfarrer Johannes Gerrit Funke

Predigttext: Lukas 7,36-50 (Übersetzung nach Martin Luther, Revision 1984)

Es bat ihn aber einer der Pharisäer, bei ihm zu essen. Und er ging hinein in das Haus des Pharisäers und setzte sich zu Tisch. Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Als sie vernahm, dass er zu Tisch saß im Haus des Pharisäers, brachte sie ein Glas mit Salböl und trat von hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit Salböl. Als aber das der Pharisäer sah, der ihn eingeladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sagte: Meister, sag es! Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Einer war fünfhundert Silbergroschen schuldig, der andere fünfzig. Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er`s beiden. Wer von ihnen wird ihn am meisten lieben? Simon antwortete und sprach: Ich denke, der, dem er am meisten geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt. Und er wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; diese aber hat mir meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein UHaupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben; denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. Da fingen die an, die mit zu Tische saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden vergibt? Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden.

Exegetische Skizze

Der Text ist von einer einzigartigen narrativen Dramaturgie geprägt. Man beachte die schrittweise Zuwendung Jesu zuerst zu Simon (V.40), danach zu ihm und der Frau (V.44), schließlich nur noch zu der Frau (V.48). Mit diesen Schritten geht einher, wie aus der anrührenden Erzählung vom Verhalten der „Sünderin“ sukzessiv eine soteriologische Geschichte wird, in der am Ende Jesus offenkundig wie an Gottes Stelle spricht. Wir werden auf solche Weise von der Erzählung an die Hand genommen, wie Jesus mit der Beispielgeschichte und dem folgenden Dialog den Simon sanft zu einem Blick auf das Geschehen führt, der ihm anfangs fremd war.

Die Beispielgeschichte von V. 41f lässt Lk 4, 14ff anklingen, wo Jesus die prophetische Verheißung von der Aufhebung aller Schuldknechtschaft (Jes 61, 1f) als durch ihn vollstreckt erklärt. Das gilt umso mehr, als es in V.39 um den Titel des Propheten geht, mit dem sich seit Dt 18,15 messianische Erwartung verbunden hat.

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