Predigt

Das Wort vom Kreuz

Aber das Kreuz will mehr als an Lebensrändern und in Krisenzeiten aufrichten

Predigttext1.Korinther 1,18-25 - Mit exegetisch-homiletischen Hinweisen
Kirche / Ort:Luther-Kirche / Karlsruhe
Datum:26.06.2016
Kirchenjahr:4. Sonntag nach Trinitatis
Autor:Pfarrerin Ulrike Krumm

Predigttext: 1.Korinther 1,18-25 (Übersetzung nach Martin Luther, Revision 1984)

18 Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft. 19 Denn es steht geschrieben: Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.“ 20 Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten?Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? 21 Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben. 22 Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, 23 wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; 24 denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. 25 Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind

Exegetische und homiletische Einführung

Ein hoffentlich warmer Junisonntag, eine freundlich-erwartungsvolle Taufgesellschaft, das Kind bekommt den Engel-Spruch auf den Weg gegeben. Und dann ein Predigtwort, das sich einem herausfordernd und störrisch in den Weg stellt - das Wort vom Kreuz. Ein Wort, das mehr sein will als eines von mehreren Dogmen; aus dem sich mehr ergeben soll als eine weitere Lebensregel – ein Vorzeichen vor der Klammer, ein Wort, das einem den Himmel aufspannt (Gotteskraft!) und gleichzeitig den Boden unter den Füßen wegzieht. „Krisis“ sagen die Theologen. Wer kann damit noch etwas anfangen? Aber das will das Wort vom Kreuz ja auch gar nicht. Nicht wir sollen etwas damit anfangen, Gott will selber etwas anfangen mit uns. Aber wäre es dann nicht sinnvoller, anstatt zu predigen die Passionsgeschichte vorzulesen? Schweigen? Dem Wort nicht im Weg stehen? Trauen würde ich mich das nicht. Aber die Herausforderung will ich annehmen.

Ein Taufsonntag: Der ruft doch danach, die Glaubensbotschaft so zu formulieren, dass Eltern sie gerne ihrem Kind mitgeben wollen, dass sie sie als Segen empfinden. Aber geht das? Die Eltern wünschen ihrem Kind einen Engel, der es hilfreich begleitet bei dem Versuch, das Leben zu meistern, den eigenen Weg zu finden. Klugheit und Weisheit sind da gerade gefragt! Der Engel soll schützen, wo es schwierig wird. Aber das Kreuz will mehr als an Lebensrändern und in Krisenzeiten aufrichten. Es will den Menschen von sich selbst und seiner Sicherheit wegführen und ihm sagen, dass gerade und nur im Tod neues Leben anbricht. Das in einer Welt, deren erste Weisheit heißt: Du sollst dich nicht erschüttern lassen?

Eine Hilfe könnte sein: Paulus will nicht lehren. Zumindest nicht nur. Er beginnt seinen Brief bestärkend, spricht von geistlichem Reichtum und Gottes Treue. Ähnlich endet der Predigtabschnitt. Die Gemeinde verhakt sich in Positionskämpfen, die Stärke zur simulieren, verliert mit dem Blick für die eigene Schwachheit auch den Blick für die wahre Stärke. Ehrlich sich auf der Spur bleiben, das wäre eine gute Mitgift für die Lebensreise. Nichts ist so ehrlich wie das Kreuz.

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Heinz Janssen
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