Predigt

Zeit(en)

Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde

Predigttext2. Petrus 3, 8-13
Kirche / Ort:Pauluskirche Ettlingen
Datum:23.11.2014
Kirchenjahr:Letzter Sonntag des Kirchenjahres
Autor:Pfarrerin Kira Busch-Wagner:

Predigttext: 2.Petrus 3, 8 -13 (Übersetzung nach Martin Luther, Revision 1984)

8 Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag. 9 Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde. 10 Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden. 11 Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen, 12 die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und erstrebt, an dem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. 13 Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.

Homiletische Überlegungen zum Predigttext im Horizont des Letzten Sonntags im Kirchenjahr

Ausdrücklich handelt es sich beim 2. Petrusbrief um eine Art Testament (1,12-15) – auch das ist ein Anknüpfungspunkt für den letzten Sonntag des Kirchenjahres, für den Toten-, den Ewigkeitssonntag. „Christkönig“ feiert die katholische Kirche und legt damit einen weiteren stimmigen, österlichen Akzent auf den Tag: Königsherrschaft Christi, Königsherrschaft einer neuen Schöpfung, eines neuen Lebens.

In Anknüpfung an die Kasualsituation des Sonntags – vielerorts werden die Angehörigen der Verstorbenen eingeladen – habe ich mich entschieden, an der sozusagen theologischen Relativitätstheorie des Petrusbriefabschnitts anzusetzen. Himmel, Erde und Werken wohnt Vergänglichkeit inne, sie verändern sich – für den Menschen schmerzlich wahrzunehmen – entlang der Zeit, verlieren ihre Komplexität, „zergehen“. Einen unveränderlichen Standort gewinnen die, die sich in ihrem Warten beziehen auf die Schöpfungskraft Gottes jenseits des Zeitstrahls, jenseits der Veränderung zum Tode.

Die Bilder des Petrusbriefes sind insofern in der Rezeption verdorben, da sie allzu oft als Angstapparat für den einzelnen Menschen missbraucht wurden. Angesichts des Kasualcharakters des Sonntags darf die ethische Frage, die der Petrusbrief durchaus stellt, etwas in den Hintergrund treten – erst recht eine individuell moralische Befragung. Wenn vom Warten und Erwarten die Rede ist, vom Bezug auf Verheißung, dann lädt das zu einer Haltung ein, die das eigene Leben (und das der anderen) ent-wirft - wie man einen Ball über eine Mauer wirft und das Ziel jenseits der eigenen Sichtweite sucht, auf der neuen Erde und im neuen Erde, bei Gott selbst. Das Stichwort „Naherwartung“ und die Diskussion um seinen historischen Ort halte ich für die Vorbereitung sinnvoll, nicht aber für die Predigt selbst. Die Predigt und die Liturgie mit Gebeten und Lesungen dürfen sich seelsorglich der Frage nach Erlösung, nach Befreiung, nach Sinn und Ziel widmen, wozu andere noch viel bessere Anworten finden mögen, als sie hier vorläufig dargelegt sind.

Lieder

„Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt“ (EG 153) „Das Jahr geht still zu Ende“ (EG 63) „Der du die Zeit in Händen hast“ (EG 64).

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Heinz Janssen
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