Aufbruch in die Freiheit
Eine Liturgie zum Feierabendmahl am Gründonnerstag 2026
| Predigttext | Exodus 12,1-14 |
|---|---|
| Kirche / Ort: | Gemeindesaal an der Johanniskirche / Bonn-Duisdorf |
| Datum: | 02.04.2026 |
| Kirchenjahr: | Gründonnerstag |
| Autor: | Pfarrerin Dagmar Gruß mit Team |
Predigttext: 2. Mose / Exodus 12,1-14 (Übersetzung nach Martin Luther, Revision 2017)
Einsetzung des Passafestes
1 Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: 2 Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen. 3 Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. 4 Wenn aber in einem Hause für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er’s mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können. 5 Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, an dem kein Fehler ist, ein männliches Tier, ein Jahr alt. Von den Schafen und Ziegen sollt ihr’s nehmen 6 und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Versammlung der Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. 7 Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und den Türsturz damit bestreichen an den Häusern, in denen sie’s essen, 8 und sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot dazu und sollen es mit bitteren Kräutern essen. 9 Ihr sollt es weder roh essen noch mit Wasser gekocht, sondern am Feuer gebraten mit Kopf, Schenkeln und inneren Teilen. 10 Und ihr sollt nichts davon übrig lassen bis zum Morgen; wenn aber etwas übrig bleibt bis zum Morgen, sollt ihr’s mit Feuer verbrennen. 11 So sollt ihr’s aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an euren Füßen haben und den Stab in der Hand und sollt es in Eile essen; es ist des HERRN Passa. 12 Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland unter Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle Götter der Ägypter. Ich bin der HERR. 13 Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage. 14 Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn feiern als ein Fest für den HERRN, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung.
Eine Liturgie zum Feierabendmahl am Gründonnerstag 2026
Die Teilnehmenden gehen an ihre Plätze und warten schweigend hinter ihren Stühlen, bis alle anwesend sind
(Abendmahlsszene: Fresko in der Benediktinerabtei Sant’ Angelo in Formis bei Capua in Kampanien/Italien, um 1100)
I
Willkommensgruß
Liturgin: Jesus sagt: „Unsere Väter haben in der Wüste das Manna gegessen, wie geschrieben steht: Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen (Ps 79,4). … Ich bin das Brot des Lebens. … Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.“ (Joh 6,31.48.51)
Wir wissen nicht genau, wie das letzte Abendmahl Jesu gefeiert wurde, im Neuen Testament gibt es unterschiedliche Textzeugen dafür: die älteste ist von Paulus im ersten Korintherbrief, Matthäus, Markus und Lukas folgen. Im Johannesevangelium sieht sich Jesus selbst als Passahlamm, aber nicht das Mahl, sondern die Fußwaschung steht im Mittelpunkt.
Das Sedermahl, am Beginn und manchmal auch am Ende des einwöchigen Pessach-Festes, wurde erst später als jüdisches Familienfest begangen. In der christlichen Gemeinde feiern wir dieses besondere Pessach-Mahl Jesu als Einsetzung des Abendmahls. Wir feiern es heute als Fest der Freiheit, denn Jesus sagt (Johannes 8,32b.34c.35c):
„… die Wahrheit wird euch frei machen … Wer Sünde tut, ist der Sünde Knecht … Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei“. Das Bundesvolk Israel und die Christenheit treffen sich an einem Tisch, um die Freiheit zu feiern. Und ich wünschte, wir hätten auch die Freiheit aller Geschöfe Gottes im Blick.
Anzünden der Kerzen
HuE 61 Wir sind noch nicht im Festsaal angelangt (Ernesto Cardenal, dt. Anneliese Schwarzer de Ruiz)
Wir sind noch nicht im Festsaal angelangt, aber wir sind eingeladen. Wir sehen schon die Lichter und hören die Musik. Liturgin: Gepriesen bist du, unser Gott, Schöpferin des Himmels und der Erde, die du uns geheiligt hast durch deine Gebote und beauftragst, das Festlicht zu entzünden.Gepriesen bist du, König des Himmels und der Erde, der du unser Leben erhältst, uns Hilfe schenkst und uns diesen Tag sehen lässt. Mach unser Haus zu einem heiligen Raum durch das Licht deines Angesichts, das uns so freundlich scheint. (Alle:) Amen.
Wir nehmen Platz
II
Liturgin: Gepriesen bist du, unser Gott! Denn du hast uns deine heiligen Zeiten als Erbe gegeben. Du hast uns gegeben Jahreszeiten der Freude, Tage der Ruhe und Zeiten der Fröhlichkeit, diesen Festtag der Ungesäuerten Brote, den Tag der Befreiung deines Bundesvolkes, den Jesus für die Seinen mit Vergebung füllte.
Einschenken des ersten Bechers Wein. Alle nehmen den Becher in die rechte Hand
Alle: Gepriesen bist du, unser Gott, denn du hast die Frucht des Weinstocks geschaffen.
Alle trinken den ersten Becher aus. Alle tauchen etwas grünes Kraut in ein Schüsselchen mit Salzwasser
Alle: Gepriesen bist du, Schöpferin des Himmels und der Erde, denn du hast die Früchte der Erde geschaffen.
Alle essen das grüne Kraut
Liturgin: Denkt an die Tränen, vergossen von den Müttern und Vätern Jesu im Lande Ägyptens. Denkt an die Tränen, die heute vergossen werden, wo Unterdrückung und Gewalt ist, Hunger und Krieg. Lasst alle kommen, die bitter unter Gewalt leiden, und mit uns Stärkung empfangen. Gott will sie und uns erlösen von Unrecht und Unfreiheit.
Psalm 114: Als Israel aus Ägypten zog,das Haus Jakob aus dem Volk fremder Sprache, da wurde Juda zum Heiligtum,Israel zum Königreich Gottes. Kommt herbei, singt unserm Gott,ruft ihm zu, der uns befreit. Das Meer sah es und floh.Der Jordan kehrte um. Die Berge sprangen wie Widder,die Hügel wie Lämmer.Kommt herbei, singt unserm Gott,ruft ihm zu, der uns befreit. Was ist mit dir, Meer, dass du fliehst? Mit dir, Jordan, dass du umkehrst? Mit euch, ihr Berge, dass ihr springt wie Widder? Und ihr Hügel wie Lämmer? Kommt herbei, singt unserm Gott,ruft ihm zu, der uns befreit.Tanze, Erde, im Angesicht des Herrn,im Angesicht der Gottheit Jakobs,die den Fels in einen Wasserteich verwandelt,einen Kiesel in eine Wasserquelle. Kommt herbei, singt unserm Gott, ruft ihm zu, der uns befreit.
Liturgin: „Wenn dich heute oder morgen dein Kind fragen wird: Was bedeutet das? sollst du ihm sagen: Der Herr hat uns mit mächtiger Hand aus Ägypten, aus der Knechtschaft geführt.“ (Exodus 13,14) – So steht es im ersten Testament. Diese Kinderfragen sind auch fester Bestandteil der jüdischen Sederfeier, die dieses Jahr am 1. April, also gestern gefeiert wurde:Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Warum essen wir dieses ungesäuerte Brot? Warum essen wir bittere Kräuter? Warum feiern wir heute dieses Mahl? Kinder stellen Fragen. Und wir sollen auch unseren Kindern die Fragen nach dem Abendmahl als christliche Eltern sorgfältig und echt beantworten. Es ist das Vorrecht freier Menschen, Fragen zu stellen.
freiTöne 31 Mit allen meinen Fragen (Susanne Brandt 2015, Lyon 1557) Mit allen meinen Fragen steh ich, mein Gott, vor dir. Die Stimmen vieler Menschen sind ruhelos in mir. Was sage ich dazu? Worauf kann jeder hoffen?Was helfen wird, bleibt offen. Doch mittendrin bist du.
Der/die Jüngste: Warum feiern wir dieses Abendmahl?
Eine Älteste/ein Älterer: Weil wir uns nach der Gegenwart Christi sehnen, nach seiner Bereitschaft, den Jüngern zu vergeben, die ihn verraten, verleugnet und verlassen haben, als er sie brauchte. An Jesus erkennen wir: Gott ist bereit, auch uns Vergebung zuzusprechen und aus dem Tod ins Leben zu führen.
Wir feiern dieses Abendmahl, weil wir uns nach einer Gemeinschaft sehnen, die frei und erwartungsvoll zusammenkommt, weil wir Stärkung brauchen mit Himmelsbrot, um unsere persönlichen Tiefen durchschreiten zu können. Wir feiern als Menschheitsfamilie, in der alle Unterschiede aufgehoben sind, weil es vor Gott kein Ansehen der Person gibt.
Aus Psalm 31: Bei dir, Ewige, berge ich mich, Dir traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden.Errette mich durch deine Gerechtigkeit. Neige zu mir Dein Ohr! Rette mich schnell!
eg178.12: Kyrie, Kyrie eleison…
Sei mir ein schützender Fels, ein bergendes Haus, mir zu helfen. Ja, mein Fels und meine Bergung bist Du allein. Um deines Namens willen zeige Du mir den Weg, und begleite mich. Du bist meine Zuflucht.
Kyrie, Kyrie eleison…
Ziehe mich aus dem Netz, das sie mir heimlich legten. Du bist meine Stärke. Deinen Händen vertraue ich meinen Lebensatem an. Du hast mich erlöst, Du treuer Gott. Ich will jubeln, mich freuen an Deiner Freundlichkeit. Du hast mein Elend angesehen. Du weißt um mein bedrängtes eben. Du stellst meine Füße auf weiten Raum. Neige Dich zu mir, Ewiger, ja, sei eng bei mir. Dunkel vor Kummer ist mein Auge, meine Kehle, mein Leib. Mein Leben verschwindet in Sorgen. Gestrauchelt durch meine Schuld ist meine Kraft.
Kyrie, Kyrie eleison…
Ich aber, auf Dich vertraue ich. Ich spreche: Mein Gott bist du. In Deiner Hand ruht meine Zeit. Lass Dein Antlitz über mir leuchten. Ich gehöre zu Dir. Liebt, alle, die zu Gott gehören, die Befreiung aus allen Banden. Seid stark, und mutig sei euer Herz. Amen.
III
Exodus 12,1-14 Lesung und Verkündigung
Es wird Blut fließen, das Blut der Opferlämmer und das Blut der erstgeborenen Söhne der Ägypter. Denn Pharao will die Sklaven nicht mit Mose ziehen lassen und droht, Mose zu töten. Die Freiheit wird unter Opfern errungen. Sie ist nicht umsonst zu haben, wo die Interessen der Mächtigen dagegenstehen. Mit gutem Zureden und Überzeu-gungsarbeit, mit Diplomatie und Verhandlungen ist Pharao nicht zu bewegen, seine Sklaven freizulassen. Wenn wir Abendmahl feiern, bewegen wir uns zurück zu diesem Ursprung des Pessach, der Zusammenhang wird durch die Textzeugen der Abendmahlsüberlieferungen hergestellt, beide Mahlfeiern sind aber nicht zur Deckung zu bringen.
In Exodua 12 ist ‚gewaltfreie Kommunikation‘ noch kein Thema. Hier wird gekämpft um Befreiung von einer Großmacht, die Unterwerfung verlangt. Wenn Jesus in dieser Pessachtradition sein letztes Abendmahl feiert, kämpft er mit für die Zukunft derer, die zurückbleiben werden. Petrus darf dabei sein, und Judas auch, obwohl ihre Schwäche, ihr mangelndes Stehvermögen, ihre Furchtsamkeit für Jesus absehbar sind. Und wir, die wir uns die Passionsgeschichte Jahr um Jahr vergegenwärtigen, finden uns selbst und unsere Furcht und unsere Machtgelüste darin wieder.
Die Befreiung der Versklavten in Ägypten ist der erste Schritt in das verheißene Land. Die Befreiung der Schuldigen, der Unwahrhaftigen, der Gleichgültigen, der sich Bereichernden am Elend der anderen ist der zweite Schritt der Selbstoffen-barung Gottes.Er führt in das göttliche Friedensreich, ein unblutiger Ort, an dem niemand mehr um seine Bedeutung kämpfen muss. Aber da sind wir noch lange nicht. In Exodus 12 ist die Ohnmacht Gottes, von der Dorothee Sölle sprach, noch kein denkbarer Gedanke für schwache Sklaven oder furchtsame Jünger.
Der Gründonnerstag bringt uns nicht nur ein Stärkungs- und Gemeinschaftsmahl. Er ist auch die ‚Nacht der verlöschenden Lichter‘ (Bonhoeffer, 1924). Die eben noch bei ihm waren, werden sich entfernen
12 Lichter löschen, die Christuskerze bleibt an
Ich denke an die vielen Menschen im Iran, die im Januar für Freiheit auf die Straße gingen und es nicht überlebt haben. Verloschene Lichter lassen andere Freiheitskämpferinnen mutlos werden. Warum muss immer noch Blut fließen auf dem Weg in die Freiheit? Nacht der Angst, Nacht des Aufbruchs, Nacht der Hoffnung auf einen neuen Tag.
Fangen wir an, uns gegenseitig Kraft zu geben durch Erinnerungen an Rettung und Verschonung. Reden wir darüber bei gemeinsamen Mahlzeiten, wo jeder genug hat, wo wir miteinander sprechen, einander anschauen und die Schüssel reichen. Da kann alles zur Sprache kommen, was uns umtreibt. Nachher werden wir gestärkt und ermutigt aufstehen und weitergehen. Ein Vorgeschmack auf das Freudenmahl im Reich Gottes. Amen.
IV
Das Osterlamm wird hereingebracht
Alle: Was bedeutet Pessach?
Liturgin: Jüdinnen und Juden feiern es vom 1. bis 9. April 2026. Pessach, griechisch Pascha, bedeutet das Überspringen der jüdischen Häuser beim Strafgericht an den Häusern der Ägypter. Jesus war Jude. Paulus war es auch. Er schrieb nach Korinth: „Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist. Darum lasst uns das Fest feiern nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit“. (1. Korinther 5,7f.)
Die grüne Soße wird hereingebracht
Alle: Was bedeuten die bitteren Kräuter?
Liturgin: Wir essen Bitterkraut, um daran zu denken, dass die ägyptischen Fronherren das Leben der Vorfahren Jesu bitter machten, wie geschrieben steht: „So machten die Ägypter die Kinder Israels mit Gewalt zu ihren Sklaven; sie machten das Leben der Sklaven bitter durch Schwerarbeit in Lehm und Ziegeln und allerlei Feldarbeit; Sklavenarbeit, wozu man sie mit Gewalt zwang“. (Exodus 1,13f.)
Es ist bitter zu sehen, wie die Mächtigen über das Leben der Menschen verfügen, wie aktuell immer mehr Waffen herbeigeschafft werden und wie Gewalt mit Sprachlosigkeit einhergeht. Wir denken an die Zeiten des Kolonialismus, an die Indigenen, die ihres Landes beraubt wurden in der Neuen Welt, an afrikanische Sklaven, die sich noch immer nicht wirklich aus der Ungleichheit befreien konnten. (Mahnmahl zur Aufhebung der Sklaverei in Philadelphia: Weiße dienen Schwarzen bei Tisch. Donald Trump ließ im Januar 2026 die Freiluftausstellung abbauen, eine Richterin ordnete umgehend die Wiederherstellung an.)
Brot wird hereingebracht
Alle: Was bedeutet Mazzen?
Liturgin: Es ist das ungesäuerte Brot der Eile, das die Ahninnen Jesu mitnahmen aus Ägypten, wie geschrieben steht: „Vom Teig, den sie aus Ägypten mitgenommen hatten, mussten sie ungesäuerte Brote backen; denn sie hatten keinen gesäuerten Teig, weil die Ägypter sie verjagt hatten, ohne ihnen Zeit zu lassen, Nahrung für die Reise vorzubereiten“. (Exodus 12,39)
Eingießen des zweiten Bechers Wein. Alle nehmen den gefüllten zweiten Becher in die Hand, noch ohne zu trinken
Liturgin: Es sollen sich alle betrachten, als wären sie selbst aus Ägypten, aus der Skaverei gezogen. Darum preisen, loben und danken wir Gott mit den Jüdinnen und Juden. Er hat sein Volk aus der Sklaverei in die Freiheit geführt, und uns aus dem Elend in die Freude, aus dem Schmerz zu diesem Tag, aus der Finsternis in helles Licht und aus der Unterwerfung zur Erlösung.
Danklied für die Befreiungstaten Gottes, eg 321: (Martin Rinckart 1636) "Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen..."
Jetzt wird der zweite Becher getrunken
Liturgin: Gepriesen bist du, Gott, Schöpfer aller Menschen,für uns dreieinig und beziehungsreich,der du das Bundesvolk, die Ahnen Jesu aus Ägypten geführt hastund aus der Shoah, die unser Volk zu verantworten hat, bis zu diesen Tagen, um das ungesäuerte Brot und die Bitterkräuter zu essen.Führe dein Volk heute zu deiner Gerechtigkeit zurück! Dein Wille geschehe, dein Name werde geheiligt auf der ganzen Erde, und alle Völker seien gesinnt, deinem Frieden zu entsprechen. Mit Lobliedern wollen wir dich besingen und für deine immer neuen Befreiungstaten danken.
„Zur Freiheit hat uns Christus befreit: Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau, denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.“ (Galater 5,1; 3,28)
Gepriesen bist du, Schöpferin des Himmels und der Erde, du lässt die Erde das Korn hervorbringen.
Mazzen werden ausgewickelt, in kleine Stücke gebrochen und an alle ausgeteilt,jede/r nimmt das Brot in die Hand
Alle: Gepriesen bist du, Schöpferin des Himmels und der Erde, du stärkst uns, gegen Unrecht aufzustehen.
Liturgin:„Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte, brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.“ (1. Korinther 11,23f.)
Alle essen Brot
Liturgin: Lasst uns das ungesäuerte Brot mit Bitterkraut zusammenfügen und essen wie geschrieben steht: „Ungesäuertes Brot und bittere Kräuter sollen wir essen“.
Alle tunken Brot in Grüne Soße
Alle: Gepriesen bist du, König des Himmels und der Erde, der du uns geheiligt hast durch deine Gebote und uns den Auftrag gabst, bittere Kräuter zu essen.
Alle essen Brot mit Grüner Soße. Essen des Osterlammes. Alle bekommen von dem Osterlamm und essen dazu Brot und Grüne Soße. Kartoffeln werden dazugestellt. Gespräch und Musik
Segensbecher. Nach dem Essen des Osterlammes wird der dritte Becher Wein eingeschenkt. Jede/r nimmt den Becher in die linke Hand
Liturgin spricht das Segensgebet: Gepriesen bist du, unser Gott, König des Himmels und der Erde, der du die Welt ernährst mit deiner Güte und Gnade und deiner barmherzigen Liebe. Du gibst Brot allem Fleisch, denn ewig währt dein Erbarmen. In deiner großen Güte hat es uns an Nahrung nie gemangelt um deines Namens willen. Denn du bist Gott, der alles ernährt und versorgt, der Gutes tut für alle und Nahrung gibt allen, die er geschaffen hat. Wir sind gerufen, deine guten Gaben zu teilen.
Alle: Gepriesen bist du, Gotteskraft, die alle Geschöpfe ernährt. Gepriesen bist du, unser Gott, König des Himmels und der Erde, der du die Frucht des Weinstocks geschaffen hast.
Der dritte Becher wird getrunken
Liturgin: „Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“ (1. Korinther 11,25)
Liturgin: Vier Becher Wein gehören zum jüdischen Sedermahl: Sie bezeugen das Ende der Qual, das Ende der Unterdrückung, die Gotteskindschaft und die Vereinigung mit Gott. Jesus hat den letzten Becher besonders gedeutet und sagte zu denen, die bei ihm waren: „Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich“. (Matthäus 26,29)
eg 85: (Christa Peikert-Flaspöhler) "Im Sterben seufzt die Erde weltweit an jedem Tag. Du, Jesus, sprichst das Werde auch heut an jedem Tag..."
Letzter Segen. Der vierte Becher wird gefüllt und in der rechten Hand gehalten
Alle: Gepriesen bist du, unser Gott, du hast die Welt geschaffen und alles, wasdarinnen ist, du hast dich auf die Seite der Schwachen gestellt, du hast dein Volk in die Freiheit geführt, du bist in Jesus Mensch geworden, Licht der Welt, Brot des Lebens, damit niemand Hunger und Durst haben muss, auch nicht nach Liebe und Vergebung, nach Freiheit und Gemeinschaft.
Alle trinken den vierten Becher aus
„Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Denn ein Brot ist’s: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben.“ (1. Korinther 10,16f.)
Gospel: Swing low, sweet chariot (In diesem Lied kommt die Sehnsucht der Sklaven nach Befreiung zum Ausdruck. Der Jordan steht für den Ohio River, an dessen Nordufer das ersehnte von Skaverei freie Gebiet lag.)
Refrain: Swing low, sweet chariot, / Comin’ for to carry me home. / Swing low, sweet chariot, Comin’ for to carry me home. I looked over Jordan, an’ what did I see, / Comin’ for to carry me home. / A bad of angels comin’ after me, / Comin’ for to carry me home. (Refrain) If you get back to heaven before I do, / Comin’ for to carry me home. / Tell all your friends I'll be comin’ there too, / Comin’ for to carry me home. (Refrain) I’m sometimes up an‘ sometimes down, / Comin‘ for to carry me home. / But still my soul feels heavenly bound. / Comin’ for to carry me home. (Refrain)
Alle reichen sich die Hände zum Segen
Liturgin: Gott segne dich mit Menschen, die das Leben mit dir feiernund die dir nahe sind beim Abschied.Gottes Antlitz hülle dich in Licht und sei dir zugeneigt in Stunden der Einsamkeit. Gottes Güte bewahre dich vor Streit und Krieg und lasse dich in Freiheit sicher leben