Predigt

Heilsame Erkenntnis

Schonungslose Auseinandersetzung mit sich selbst

PredigttextRömer 7,14-25a (mit Kyriegebet und Fürbitten)
Kirche / Ort:Peterskirche / Universitätskirche Heidelberg
Datum:01.11.2026
Kirchenjahr:22. Sonntag nach Trinitatis
Autor:Kirchenrat Pfarrer Dr. theol. Heinz Janssen, Dozent für Biblische Studien an der Moriah Theologischen Hochschule in Tangerang/Indonesien

Predigttext: Römer 7,14-25a (Übersetzung nach Martin Luther, Revision 2017)

14 Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. 15 Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. 16 Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, stimme ich dem Gesetz zu, dass es gut ist. 17 So tue ich das nicht mehr selbst, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 18 Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch[1], nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. 19 Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. 20 Wenn ich aber tue, was ich nicht will, vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 21 So finde ich nun das Gesetz: Mir, der ich das Gute tun will, hängt das Böse an. 22 Denn ich habe Freude an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. 23 Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Verstand und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. 24 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes? 25 Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!

Eingangs- bzw. Kyriegebet:

Gott, heilsames Wort, wohltuende Stimme, wir haben uns vor dir versammelt, um auf dich zu hören. Wir kommen mit den Erfahrungen der zurückliegenden Woche. Wir hörten viele Worte und Stimmen, manche haben uns verletzt, sie drangen in unsere Seele, und sie beschäftigen uns immer noch. Aber es gab auch gute Worte, sie begleiten uns. Beides bringen wir heute mit und legen es an dein Herz. Wir bitten dich für unsere eigenen Worte und unsere Stimme, dass sie in der vor uns liegenden Woche anderen Menschen gut tun. Im Namen Jesu Christi, der im Einklang und einer Stimme mit dir auch heute zu uns spricht, rufen wir zu dir: Kyrie eleison

Bausteine für Fürbitten:

Für einen realistischen Blick auf unsere menschliche Situation und Grundbefindlichkeit, die uns mit allen Menschen verbindet und uns zu einem verständnisvollen und einfühlsamen Umgang miteinander veranlasst

Für eine gewaltfreie Kommunikation im privaten Umfeld und im öffentlichen in Kirche, Politik und Gesellschaft Erneuerung der Kirche im Geist des Evangeliums

Psalmvorschlag: Psalm 143,1-9 Evangelium: Matthäus 18,21-35 Lesung: Jesaja 44,21-23

Lieder:

EG 302 (Du meine Seele, singe) EG 325 (Sollt ich meinem Gott nicht singen) NL 158 (Ich sage Ja zu dem, der mich erschuf), als Credolied EG 251 (Herz und Herz vereint zusammen) NL 146 (Gottes Segen behüte dich nun)

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Heinz Janssen
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