Predigt

Leichte Last

Jesu heilsames Wirken und Rufen

PredigttextMatthäus 11,25-30 (mit Einführung)
Kirche / Ort:Magdeburg
Datum:14.06.2026
Kirchenjahr:2. Sonntag nach Trinitatis
Autor:Dr. habil. theol. Günter Scholz

Predigttext: Matthäus 11,25-30 (Übersetzung nach Martin Luther, Revison 2017)

25 Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart.

26 Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen.

27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.

28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Exegetische Bemerkungen

Das Kapitel 11 des Matthäusevangeliums kreist um die Frage: Wer ist Jesus? Täuferfrage, das Verhältnis Jesu zum Täufer, Jesu Aktivität in Gerichtsansage, Lobpreis des Vaters und als „Seelsorger“ lassen Jesu ernstes und zugleich menschenfreundliches Bild vor uns entstehen. Der Predigttext gliedert sich in drei Teile:

Vv 25-26: Lobpreis des „Vaters“ für die Offenbarung an die „Kinder“. V 27: Stichwortanknüpfung an den „Vater“, um die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Gott und Jesus zu reflektieren. Die Reflexion hat die Tendenz, eine innergöttliche Liebesbeziehung zu beschreiben („kennen“). Vv 28-30: Der Ruf des „Seelsorgers“ Jesus ins Vertrauen auf ihn. Hier mischt sich Seelsorge („erquicken“) mit ethischer Forderung („lernt von mir“).

Die Einheit von Vater und Sohn (V 27) lässt den Heilandsruf (Vvv28-30) auch als Gottes Ruf unter das Evangelium verstehen. Jesus ist das lebendige Evangelium, das Versprechen Gottes, bei ihm Ruhe zu finden im Leben und im Sterben. Klugheit, Weisheit, Philosophie und Vernunft eröffnen uns nicht den Weg zum Evangelium (anders Lessing in der „Erziehung des Menschengeschlechts“), sondern nur kindliches Vertrauen, das die Augen für Gottes Offenbarung öffnet (Vv25-26).

Ruhe ist das Hauptthema des parakletisch-paränetischen Wortes Vv28-30. „Erquickung“ und „Ruhe“ sind im Griechischen dasselbe Wort (ἀνάπαυσις). Die ethische Komponente ist in der Konzeption des Matthäus angelegt. Der „Jünger“ ist der „Lernende“, der auf dem „Weg“ mit dem Herrn lernt. Es gibt einen Bezug zu Jer 6,16: Wer auf dem rechten Weg wandelt, wird Ruhe finden für seine Seele. Von Jesus lernen heißt: Ergebung lernen, Empathie entwickeln, tragen helfen. So kommt man zum Vertrauen, zur Ruhe.

Homiletische Bemerkungen

Die Exegese geht durch einen Filter, bevor sie in die Predigt mündet. Der Filter ist die homiletische Besinnung. Die homiletische Betrachtung ist beeinflusst durch die Wirkung des Predigttextes auf mich. Mich rührt die Stimme, das Wesen und Wirken Jesu an dieser Stelle an. Ich frage mich: Predigttext: Matthäus 11,25-30 (Übersetzung nach Martin Luther, Revison 2017)

25 Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart.

26 Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen.

27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.

28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Exegetische Bemerkungen

Das Kapitel 11 des Matthäusevangeliums kreist um die Frage: Wer ist Jesus? Täuferfrage, das Verhältnis Jesu zum Täufer, Jesu Aktivität in Gerichtsansage, Lobpreis des Vaters und als „Seelsorger“ lassen Jesu ernstes und zugleich menschenfreundliches Bild vor uns entstehen. Der Predigttext gliedert sich in drei Teile:

Vv 25-26: Lobpreis des „Vaters“ für die Offenbarung an die „Kinder“. V 27: Stichwortanknüpfung an den „Vater“, um die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Gott und Jesus zu reflektieren. Die Reflexion hat die Tendenz, eine innergöttliche Liebesbeziehung zu beschreiben („kennen“). Vv 28-30: Der Ruf des „Seelsorgers“ Jesus ins Vertrauen auf ihn. Hier mischt sich Seelsorge („erquicken“) mit ethischer Forderung („lernt von mir“).

Die Einheit von Vater und Sohn (V 27) lässt den Heilandsruf (Vvv28-30) auch als Gottes Ruf unter das Evangelium verstehen. Jesus ist das lebendige Evangelium, das Versprechen Gottes, bei ihm Ruhe zu finden im Leben und im Sterben. Klugheit, Weisheit, Philosophie und Vernunft eröffnen uns nicht den Weg zum Evangelium (anders Lessing in der „Erziehung des Menschengeschlechts“), sondern nur kindliches Vertrauen, das die Augen für Gottes Offenbarung öffnet (Vv25-26).

Ruhe ist das Hauptthema des parakletisch-paränetischen Wortes Vv28-30. „Erquickung“ und „Ruhe“ sind im Griechischen dasselbe Wort (ἀνάπαυσις). Die ethische Komponente ist in der Konzeption des Matthäus angelegt. Der „Jünger“ ist der „Lernende“, der auf dem „Weg“ mit dem Herrn lernt. Es gibt einen Bezug zu Jer 6,16: Wer auf dem rechten Weg wandelt, wird Ruhe finden für seine Seele. Von Jesus lernen heißt: Ergebung lernen, Empathie entwickeln, tragen helfen. So kommt man zum Vertrauen, zur Ruhe.

Homiletische Bemerkungen

Die Exegese geht durch einen Filter, bevor sie in die Predigt mündet. Der Filter ist die homiletische Besinnung. Die homiletische Betrachtung ist beeinflusst durch die Wirkung des Predigttextes auf mich. Mich rührt die Stimme, das Wesen und Wirken Jesu an dieser Stelle an. Ich frage mich: (Wie) kann ich die beruhigende Stimme, das einfühlsame Wesen, das seelsorgerliche Wirken Jesu auch für den heutigen Menschen erfahrbar machen? Da hilft mir weniger die ethische Forderung („lernt von mir“), als vielmehr die Betrachtung einer Skulptur und die Erzählung eines Menschen. Ziel ist, das Herz zu öffnen für die Ruhe schaffende Präsenz Jesu.

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Heinz Janssen
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